Man muss nicht immer traurig sein, wenn eine Spezies von der Bildfläche verschwindet. Um die vielen heißluft-produzierenden Social-Media-Berater wäre es jedenfalls nicht schade. Weiterlesen
Banken schweigen zur Krise
19 Okt„Warum schweigen die Banken“, fragt man sich bei W & V. Dabei liegt die Antwort doch auf der Hand: Schweigen ist Gold, und das hat nun einmal im Bankengewerbe einen enorm großen Wert.
Das mag natürlich gerade für diejenigen ein Ärgernis bedeuten, die Fragen haben. Aber geht es denn tatsächlich noch um Fragen? Nein, es geht um Anschuldigungen, um Stimmungsmache und um Protest.
Protest wogegen eigentlich? Um die Macht der Banken? Um nicht regulierte Märkte und Spekulationen? Oder darum, dass der Steuerzahler nun wieder dazu beitragen soll, die Banken zu rekapitalisieren?
Man kann es drehen und wenden wie man will, der Adressat dieser Fragen sollte eigentlich durchgängig ein anderer sein: die Politik. Nur hat die sich in den letzten Wochen beinahe genauso unisono auf die Banken eingeschossen. Das fällt auch leicht und keiner übernimmt gerne die Rolle des Sündenbocks: Also reicht man sie am besten weiter an ein dankbares Opfer. Das ist eine Übung, die man in der Politik schnell lernt, gerade dann übrigens, wenn man in der Verantwortung steht: Schuld haben immer die anderen.
Zwar mag es ein bisschen viel des Guten sein, die Banken als wehrloses Opfer hinzustellen, jedoch können die Banker in der gegenwärtigen Situation recht wenig tun, um ihr ramponiertes Image aufzupolieren. Da hilft keine noch so ausgefeilte Strategie, denn mit dem eigentlichen Problem haben die Banken so gut wie gar nichts zu tun: Staatsverschuldung und Eurokrise sind nämlich von der Politik gemachte Probleme. Und genau die muss sie auch lösen.
Was aber können die Banken tun? Sie müssen sich um ihre Kernzielgruppen und Kunden kümmern – am besten persönlich. Wahrscheinlich fällt das den meisten Kreditinstituten auch gar nicht besonders schwer, trifft das Gros des Protestes doch eigentlich den gewissenlosen und gesichtslosen, bösen Banker. Und ob sich irgendwer in den Führungsetagen der Finanzwelt davon angesprochen fühlt, steht zu bezweifeln.
Also schweigen die Banken eben. So richtig zuhören würde ihnen ja doch keiner der Demonstranten. Die haben schließlich in den letzten Tagen und Wochen eines gelernt: Schuld sind immer die Banken – so oder so!
Dschungelcamp – Quote allein reicht nicht
31 JanFast ist man geneigt zu sagen: „Gott sei Dank!“ Aber das wäre natürlich auch wieder irgendwie schadenfroh. RTL hat mit seiner Ekelshow „Dschungelcamp“ gerade alle Quotenrekorde gebrochen und kann trotzdem kein Kapital daraus schlagen. Zumindest dann nicht, wenn man dem Bericht von Welt Online folgt.
Quote ist eben doch nicht alles. Oder liegt es einfach nur an den hohen Preisen? Immerhin sollen die Kunden 55.000 Euro für einen 30-Sekunden Spot berappen. Sicher wird RTL im nächsten Jahr dort ansetzen und ein wenig an der Preisspirale drehen. Ob das Dschungelcamp dann profitable wird? Wenn es um den guten Geschmack geht, kann man eigentlich bloß hoffen, dass das nicht eintritt.
Aber über Geschmack kann man ja bekanntlich nicht streiten ….
Dschungelcamp vermasselt RTL das Geschäft
Über mangelndes Zuschauerinteresse kann sich RTL nicht beklagen. Die Kür von Peer Kusmagk zum neuen Dschungelkönig schauten sich vergangenen Samstag rund 8,93 Millionen Menschen an. Marktanteil: 34,3 Prozent. Wenn es um Einschaltquoten geht, war die jetzige Staffel die bislang erfolgreichste.
Doch finanziell scheint sich die Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ für RTL nicht gelohnt zu haben. Laut dem Branchenmagazin „Kontakter“ gingen dem Sender täglich rund 500.000 Euro durch die Lappen.
Zwar verlangte RTL wegen der hohen Einschaltquoten den Höchstpreis von 55.000 Euro für einen 30-Sekunden-Werbespot. Der hat allerdings viele Firmen abgeschreckt; etliche Werbeplätze blieben leer. „Wir hätten natürlich gerne deutlich mehr Geld eingenommen“, sagte Cordelia Wagner, Sprecherin der RTL-Vermarktungstochter IP Deutschland, „Welt Online“.
Tags:dschungelcamp, Quote, schlechte zahlen
Den Werbemuffeln gehen die Argumente aus …
23 JanSinnige Sprüche über die Wirkung und die Effekte von Werbung gab und gibt es in Hülle und Fülle. Jetzt aber könnten vielen Werbemuffeln die Argumente für ihre Zurückhaltung ausgehen. Zumindest dann, wenn sie sagen, dass sie nicht einschätzen können, dass sie nichts Empirisches darüber wüssten, wie und ob Werbung funktioniert …
Wie Werbung wirkt
Die Wirkung von Werbung systematisch zu erfassen ist eine schwierige Aufgabe. Ein einzigartiges Online-Experiment mit 1,6 Millionen Teilnehmern hat jetzt mit Hilfe des Anbieters Yahoo einige Hürden nehmen können und liefert faszinierende Erkenntnisse.
Die Arbeit mit dem Titel „Does Retail Advertising Work?“ liefert ganz neue Einblicke, wie Werbung wirklich funktioniert. Das Fazit der Forscher dürfte ihrem Arbeitgeber Yahoo, der sein Geld mit Online-Werbung verdient, gefallen. Denn Henry Ford hat die positiven Effekte von Reklame offenbar unterschätzt. „Die Effekte auf den Umsatz sind positiv, nennenswert und dauerhaft“, fassen Lewis und Reiley ihre Ergebnisse zusammen.
Tags:anbieters yahoo, die wirkung, millionen teilnehmern, werbung, wie werbung
Meedia: „Stern TV ist zu lange und langweilig“
13 JanUnd ich meinte schon, ich bin der einzige, der das so sieht. Seit geraumer Zeit sehe ich Stern TV eher zufällig. Und wenn ich mich dann doch mal da rein verirrt habe, verweile ich eigentlich nie länger als nur für einen Beitrag, denn die Zeit für die ganze Sendung habe ich schlichtweg nicht.
MEEDIA-Kritik zu Steffen Hallaschkas „Stern TV“-Premiere
Die ganze Sendung ist nämlich schlicht und ergreifend viel zu lang und viel zu langweilig, doch das ist nicht die Schuld des Moderators. „Stern TV“ mit Jauch war, wenn man ehrlich ist, auch schon lange ziemlich langweilig. Das Format passt einfach nicht mehr in die Zeit.
Tags:das konzept, der g, nther-jauch-anzug, steffen hallaschka, stern tv
Myspace-Aus: wenn Social Media auf Wirklichkeit trifft
12 JanSocial Media ist wirklich eine tolle Idee und macht auch riesig Spaß. Das haben sehr viele PR-Leute begriffen und sich wie wild auf das Thema gestürzt.
Vielfach musste man sich in den visionären Zirkeln gar verteidigen, wenn man den mahnenden Zeigefinger hob und nach der Rentabilität der Social-Media-Unternehmen fragte. Irgendwie kamen einem die Anwürfe sehr bekannt vor, mit denen man sich da auseinandersetzen musste: Es hörte sich sehr nach New Economy und Dotcom-Blase an.
Aber wenn dann fürher oder später wie jetzt bei Myspace die wirtschaftliche Realität einsetzt, hören sich die Stellungnahmen der Protagonisten eben doch auch nur wie der schnöde Sermon der erbsenzählenden Skeptiker an, die sie vorher so leidenschaftlich gescholten haben.
Social Media ist nichtsdestoweniger noch lange nicht am Ende. Trotzdem wäre es ratsam, die gute alte Kaufmannsart von Anfang an nicht zu vergessen. Vernetzung allein ist wertlos, wenn sie nicht irgendwie zu monetären Gewinnen führt. Und wie die erzielt werden sollen, ist leider immer noch viel zu oft eine Frage, um die sich die Visionäre der Social-Media-Szene mit Erfolg drücken. Schade eigentlich!
Myspace schließt deutsche Niederlassung
Rupert Murdoch macht Ernst mit seinen Sparmaßnahmen: Myspace, ein Tochterunternehmen von News Corp, schließt zahlreiche Niederlassungen weltweit. Auch die deutsche Tochter Fox Interactive Media Germany wird Ende Februar 2011 dicht gemacht. Insgesamt verlieren rund 500 Mitarbeiter weltweit ihre Jobs.
Myspace-Chef Mike Jones erklärte, dass sich das neue MySpace von Strukturen aus der Vergangenheit trennen müsse, um den Weg zu Wachstum und Gewinn freizumachen. Weltweit werden 47 Prozent der Belegschaft entlassen, das entspricht rund 500 Mitarbeitern.
Tags:deutsche, myspace, online marketing, schlie, weltweit
Die Doppelmoral des Spiegel entlarvt
11 JanWer im Glashaus sitzt … Wie lächerlich die aktuelle Spiegel-Titelgeschichte ist, zeigt Richard Gutjahr in seinem Blog.
Eure Doppelmoral kotzt mich an (1): DER SPIEGEL
Einen Beweis für einen flächendeckenden Missbrauch dieser Daten bleibt der gesamte Riemen allerdings schuldig. Egal.
“Echte Schurkereien mögen bis- lang nur vereinzelt vorkommen; zermürbend wirkt aber vor allem der Normalfall.”
Dabei sind es gerade die Zeitungen und Zeitschriften-Verlage, die hierzulande spitz auf unsere Daten sind, wie kaum eine andere Branche. Die Unterwanderung des Datenschutzes hat hier System. Zu Hunderten bevölkern die meist auf Provision bezahlten Verlagssöldner deutsche Fußgängerzonen und Bahnhöfe, wedeln mit Gratis-Zeitungen, mit dem einen Ziel: unsere Unterschrift. Mit der können die Verlage nämlich so gut wie alles anstellen. Und das tun sie auch:
Und so lesen wir vom „Datenriesen“ Google, von Cookies und von Konsumentenprofilen, kein Wort aber von den mitunter größten Datenkraken im eigenen Land: den Verlagen.
Datenkrake SPIEGEL
Mit welch perfiden Methoden die Pressehäuser selbst auf Datenjagd gehen, wird deutlich, wenn man sich durch das Kleingedruckte der Anbieter kämpft. Dort, versteckt in einer Fülle anderer harmloser Paragraphen, erfährt man, wozu der Leser den SPIEGEL Verlag berechtigt, wenn man sein Häkchen aus Versehen an der falschen Stelle setzt:
(…) berechtigt, personenbezogene Daten sowie Profildaten und demografische Daten für folgende Zwecke zu erheben, zu verarbeiten (z. B. zu modifizieren, zur Weiterverarbeitung zu speichern, mit anderen Datensätzen zu kombinieren und zu archivieren) und zu nutzen:
- der Aufnahme in ein Teilnehmerverzeichnis,
- der Zusendung von Informationen über die Online-Angebote des Anbieters,
- der Personalisierung und optimalen Ausrichtung der Dienste des Anbieters an den Interessen und Vorlieben des Nutzers,
- der Werbung oder der Marktforschung für die Online-Angebote des Anbieters.
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Auszug aus den Datenschutzbestimmungen von SPIEGEL Online
Gipfel der Verlogenheit
Den Vogel schießt der gedruckte SPIEGEL dann noch am Ende seines Aufmachers ab (ePaper-Ausgabe). Ausgerechnet unmittelbar nach der Horrorstory über die Datensammler, folgt die folgende, ganzseitige Anzeige:
Dort heißt es ganz unten im Kleingedruckten:
Ja, ich möchte auch von weiteren Vorteilen profitieren. Deshalb bin ich damit einverstanden, dass mich der SPIEGEL-Verlag oder die manager magazin Verlagsgesellschaft künftig per Telefon und/oder E-Mail über weitere interessante Medienangebote informiert.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: nur wenige Seiten zuvor warnt der SPIEGEL noch vor eben jenen Methoden, mit denen man „per Häkchen“ unwissentlich dem Datenhandel Tür und Tor öffnet. Mit diesem Coupon willigt der SPIEGEL-Leser ein, dass er nicht nur vom SPIEGEL Verlag, sondern auch von beteiligten Verlagsgesellschaften für alle aktuellen und künftigen Publikationen zugespamt werden darf. Darüber hinaus muss er befürchten, über Jahre hinweg von privaten Callcentern telefonisch belästigt zu werden, um ihm fernmündlich irgendein Abo unterzujubeln. Die Weitergabe der Daten an Dritte wird beim SPIEGEL ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
Liebe SPIEGEL-Leute, soviel Doppelmoral kotzt mich an.
Tags:der spiegel, eure doppelmoral
Horizont kontert Facebook-Verriss des Spiegels mit Enzensberger-Thesen
11 JanDass der Spiegle kein gutes Haar an Facebook lassen würde, war wohl abzusehen. Wer sich durch die Titelgeschichte „Die Unersättlichen“ zwingt, hat wahrscheinlich keinen internetfähigen PC. Folgerichtig kann es kaum verwundern, dass der Spiegel-Titel viel Kritik erntet. Das Branchenblatt Horizont schlägt gar den Bogen zu Enzensberger.
Facebook und die Unersättlichen: Der „Spiegel“ verliert die Contenance
- These 1: Der SPIEGEL-Stil ist kein Stil, sondern eine Masche.
- These 2: Das „deutsche Nachrichten-Magazin“ ist kein Nachrichten-Magazin.
- These 3: Der SPIEGEL übt nicht Kritik, sondern Pseudo-Kritik.
- These 4: Der SPIEGEL-Leser wird nicht orientiert, sondern desorientiert. vs
Tags:contenance, facebook, spiegel, ttlichen, verliert
Schäuble ist zu weit gegangen!
11 NovDer arme Herr Offer kann einem leid tun. So – wie Schäuble in diesem Fall – geht man wahrlich nicht mit Menschen um. Der Rücktritt von Offer ist konsequent und genau die richtige Antwort. Schäubles Image leidet – und das obwohl er bestimmt schon schwierigere Pressekonferenzen zu meistern hatte. Einfach unnötig das Ganze!
Schelte für Schäuble: Deutsche stärken Pressesprecher den Rücken
Selbst wenn der Finanzminister im Recht gewesen ist, hätte er seinen Mitarbeiter nicht öffentlich bloßstellen dürfen, so die Meinung der Bevölkerung. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Kommunikationsagentur Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern.Read more at www.pr-professional.de
Tags:deutsche, pr themen, pressesprecher, public relations, schelte