Nach einer langen Pause …

29 Okt

… geht es hier in Kürze unter anderen Vorzeichen weiter. Denn da sich mein Tätigkeitsfeld verändert hat, belebe ich nun mein Uralt-Blog wieder und äußere mich zu all den Dingen, die mich interessieren. Dabei vertrete ich allein meine Meinung und nicht etwa die meines Arbeitgebers, TeamViewer. Das wiederum betone ich, weil ich mich durchaus auch zu Themen äußern werde, mit denen ich in meinem beruflichen Alltag zu tun habe

Die verräterischen Einblicke eines Pressesprechers

21 Jun

Das prmagazin hat Christian Giesen, den Pressesprecher von Fitch Ratings,  befragt. Und obwohl der standardisierte Fragebogen wie immer sehr knapp ausfällt, hat es mindestens eine Antwort in sich.

So glaubt Giesen, dass die Anfangs- beziehungsweise Frühphase des arabischen Frühlings eine Meisterleistung der PR gewesen sei, weil diese ganz entscheidend über soziale Netzwerke mitgesteuert worden sei und weltweite Aufmerksamkeit erzielt habe.

Nun gut, man könnte solche Sätze auch überlesen und sich einfach damit trösten, dass Giesen wahrscheinlich gerade in einem Workshop über soziale Netzwerke vorschwadroniert bekommen hat, wie wichtig diese für Kommunikationsprofis seien.

Das wäre eine Möglichkeit. Nur hieße das eben auch, auf halbem Weg stehen zu bleiben. Wenn man den Gedanken Giesens zu Ende denkt, müsste man sich auch fragen, welcher PR-Profi diese Anfangsphase gesteuert haben soll?  Und was wäre die Antwort darauf?

Richtig: keiner. Eine Meisterleistung der PR wäre es also, dass sie einfach mal gar nicht da war. Natürlich wollte Giesen genau das nicht sagen, aber am Ende steht es eben doch so da. Vielleicht einfach nur eine Freud’sche Fehlleistung? 

Dann verfahren wir in Zukunft also wie Dieter Nuhr und halten einfach mal die Fr…. ! Fragt sich jedoch, ob man damit für weltweite Aufmerksamkeit sorgen könnte?

Wenn es brennt, darf man nicht am Wasser sparen

13 Jun

Sparen im Marketing? Kein Mensch käme auf den Gedanken, die Feuerwehr zum Wassersparen aufzufordern, wenn es brennt.

Oh nein! Nicht schon wieder das böse K-Wort. Wer will schon noch etwas von Krise hören? Doch die Anzeichen mehren sich und so stellt sich die spannende Frage: Werden die Unternehmen diesmal wieder den gleichen Fehler begehen und sich kaputt sparen oder mit Köpfchen ins Marketing investieren? Weiterlesen

Google muss sich nicht vor Facebook fürchten

22 Mai

W&V: „Mediaplaner haben die Möglichkeiten von Facebook noch nicht erkannt“.

Ja, ja – seit mehreren Jahren hört man nun schon, Unternehmen haben die Möglichkeiten sozialer Netzwerke noch nicht verstanden. Man kann nur hoffen, dass die Marketing-Verantwortlichen nicht eines Tages wirklich zu glauben beginnen, sie könnten die Benutzer durch irgendeinen Hokuspokus dazu bringen, über eine Marke zu diskutieren. Solche Diskussionen fanden und finden so gut wie überhaupt nicht statt. Zudem sind sie höchst uninteressant.Vielmehr sollte man sogar die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Benutzer sozialer Netzwerke gerade solchen Diskussionen entgehen wollen.

Interessant wäre es da schon eher soziale Netzwerke als Teil der Marktforschung und Kundenbindung zu begreifen. Jedoch steht zu bezweifeln, dass das Gros der Unternehmen in naher Zukunft hier mit einer schlüssigen Strategie aufwarten kann. Stattdessen prägen Social-Media-Guidelines das Bild. Diese regulieren jedoch eher, als dass sie zu offener Kommunikation animieren würden. Sie sind aus naheliegenden Gründen von der Angst geprägt, ein Unternehmen könne sensible Informationen in die Öffentlichkeit tragen und so einen Imageschaden erleiden.

Wer in seinen Markt hineinhorchen will, findet in sozialen Netzwerken sicherlich gute Möglichkeiten. Auch für virale Kampagnen bieten Facebook & Co natürlich eine Basis, über die man nachdenken sollte, wenn man sich mit derlei Aktivitäten befasst. Hier direkte Verkaufsimpulse setzen zu wollen, dürfte jedoch eher scheitern. Man kann aber Stimmungen, Einstellungen und Haltungen seiner Zielgruppe identifizieren und für sich nutzen. Allerdings eher mittelbar.

Ansonsten empfiehlt es sich, einfach mal einen Schritt zurück zu machen, um zu  überlegen. Soziale Netzwerke sind eine Schnittstelle, an der man sich verbindet und sehr oft auf andere Quellen verweist. Marketing-Verantwortlich erhalten hier also auch eine wertvolle Rückmeldung darauf, welche Inhalte bei der eigenen Zielgruppe rezipiert werden. Letztendlich ist das auch ein Fingerzeig, wo es sich zu werben lohnt.

Selbstverständlich können sich Unternehmen auch in die entsprechenden Diskussionen einmischen. Nur eben nicht mit den Werbebotschaften ihrer Marketing-Abteilungen. Für die gibt es auch bei Facebook die entsprechenden Werbeformat. Also doch eher Standard!

Na ja, und dass die soziale Intelligenz irgendwann die semantische Suche hinter sich lassen kann, wäre eine eher gewagte Annahme. Google muss sich also kaum vor Facebook fürchten.

Kleinanzeigen als Lektion für Verlage?

11 Apr

In diesen Tagen erreichte mich der Frust eines Verlagschefs.  Er äußerte mehr oder minder unverholen seinen Unmut darüber, dass viele Unternehmen einfach keine vernünftige Mediaplanung mehr machten.

Jedoch muss man sich  auf Verlagsseite fragen lassen, warum (mittlere) Unternehmen überhaupt noch Geld für eine ganzseitige Anzeige in die Hand nehmen sollen – und das dann auch noch systematisch? Die Preise stehen meist einfach nicht mehr in einem akzeptablen Verhältnis zu den möglichen Effekten.

Oft winken Verlage zwar mit ihren Mediadaten und versprechen relevante Zielgruppen, die sie mit ihren Objekten angeblich erreichten. Nur  – und das ist schon lange ein offenes Geheimnis – geben diese Daten meist kein realistisches Bild wider. Das Problem dabei ist übrigens nicht zuletzt, dass man in den Verlagen angefangen hat, den eigenen Mediadaten Glauben zu schenken.

Umdenken tut also not: Google macht dabei eigentlich schon lange vor, wie Verlage Geld machen können. Die großen Budgets werden sich langfristig nur noch schwer erzielen lassen. Stattdessen wird man wohl nicht umhinkommen, kleiner Werbeprodukte in höherer Stückzahl zu verkaufen. Und dabei wird man natürlich auch über die Formen des Publizierens nachdenken müssen.

Das alles ist eigentlich keine schrecklich neue Erkenntnis. Nur tut man sich gerade in den etablierten Verlagen noch immer sehr schwer damit. Aber andererseits haben selbst Social-Media-Giganten wie Facebook Probleme damit, eine geeignete Form des Werbens anzubieten: Börsengang: Wie Facebook um Kleinanzeigen keilt | FTD.de.

PRMS-Klartext: Auf Nimmerwiedersehen, Social-Media-Berater

15 Nov

Man muss nicht immer traurig sein, wenn eine Spezies von der Bildfläche verschwindet. Um die vielen heißluft-produzierenden Social-Media-Berater wäre es jedenfalls nicht schade. Weiterlesen

Banken schweigen zur Krise

19 Okt

Warum schweigen die Banken“, fragt man sich bei W & V. Dabei liegt die Antwort doch auf der Hand: Schweigen ist Gold, und das hat nun einmal im Bankengewerbe einen enorm großen Wert.

Das mag natürlich gerade für diejenigen ein Ärgernis bedeuten, die Fragen haben.  Aber geht es denn tatsächlich noch um Fragen? Nein, es geht um Anschuldigungen, um Stimmungsmache und um Protest.

Protest wogegen eigentlich? Um die Macht der Banken? Um nicht regulierte Märkte und Spekulationen? Oder darum, dass der Steuerzahler nun wieder dazu beitragen soll, die Banken zu rekapitalisieren?

Man kann es drehen und wenden wie man will, der Adressat dieser Fragen sollte eigentlich durchgängig ein anderer sein:  die Politik. Nur hat die sich in den letzten Wochen beinahe genauso unisono auf die Banken eingeschossen. Das fällt auch leicht und keiner übernimmt gerne die Rolle des Sündenbocks: Also reicht man sie am besten weiter an ein dankbares Opfer. Das ist eine Übung, die man in der Politik schnell lernt, gerade dann übrigens, wenn man in der Verantwortung steht: Schuld haben immer die anderen.

Zwar mag es ein bisschen viel des Guten sein, die Banken als wehrloses Opfer hinzustellen, jedoch können die Banker in der gegenwärtigen Situation recht wenig tun, um ihr ramponiertes Image aufzupolieren. Da hilft keine noch so ausgefeilte Strategie, denn mit dem eigentlichen Problem haben die Banken so gut wie gar nichts zu tun: Staatsverschuldung und Eurokrise sind nämlich von der Politik gemachte Probleme. Und genau die muss sie auch lösen.

Was aber können die Banken tun? Sie müssen sich um ihre Kernzielgruppen und Kunden kümmern – am besten persönlich. Wahrscheinlich fällt das den meisten Kreditinstituten auch gar nicht besonders schwer, trifft das Gros des Protestes doch eigentlich den gewissenlosen und gesichtslosen, bösen Banker. Und ob sich irgendwer in den Führungsetagen der Finanzwelt davon angesprochen fühlt, steht zu bezweifeln.

Also schweigen die Banken eben. So richtig zuhören würde ihnen ja doch keiner der Demonstranten. Die haben schließlich in den letzten Tagen und Wochen eines gelernt: Schuld sind immer die Banken – so oder so!

Game over, Oliver Pocher?

11 Feb

So richtig traurig ob des bevorstehenden Endes der Oliver Pocher Show ist wohl kaum jemand. Am Ende steht vielleicht einfach nur die Erkenntnis, dass Geschmacklosigkeit allein doch nicht reicht …

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Oliver Pocher wurde laut Bericht von Sat.1 einbestellt
Mit einem Ende der “Oliver Pocher Show” wird in der Branche schon seit langem gerechnet – die Quoten sind einfach zu schlecht. Auch die Bild am Sonntag prognostizierte schon im Dezember vergangenes Jahr, dass die Show im März 2011 abgesetzt wird. Trotz geschmackloser, spektakulärer Aktionen, wie seinem Auftritt als Jörg Kachelmann bei dem Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator oder einer Moderation vom Krankenbett aus, kamen die Quoten der Pocher-Show nicht aus dem Keller.

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Dschungelcamp – Quote allein reicht nicht

31 Jan

Fast ist man geneigt zu sagen: „Gott sei Dank!“ Aber das wäre natürlich auch wieder irgendwie schadenfroh. RTL hat mit seiner Ekelshow „Dschungelcamp“ gerade alle Quotenrekorde gebrochen und kann trotzdem kein Kapital daraus schlagen. Zumindest dann nicht, wenn man dem Bericht von Welt Online folgt.

Quote ist eben doch nicht alles. Oder liegt es einfach nur an den hohen Preisen? Immerhin sollen die Kunden 55.000 Euro für einen 30-Sekunden Spot berappen. Sicher wird RTL im nächsten Jahr dort ansetzen und ein wenig an der Preisspirale drehen. Ob das Dschungelcamp dann profitable wird? Wenn es um den guten Geschmack geht, kann man eigentlich bloß hoffen, dass das nicht eintritt.

Aber über Geschmack kann man ja bekanntlich nicht streiten ….

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Dschungelcamp vermasselt RTL das Geschäft

Über mangelndes Zuschauerinteresse kann sich RTL nicht beklagen. Die Kür von Peer Kusmagk zum neuen Dschungelkönig schauten sich vergangenen Samstag rund 8,93 Millionen Menschen an. Marktanteil: 34,3 Prozent. Wenn es um Einschaltquoten geht, war die jetzige Staffel die bislang erfolgreichste.

Doch finanziell scheint sich die Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ für RTL nicht gelohnt zu haben. Laut dem Branchenmagazin „Kontakter“ gingen dem Sender täglich rund 500.000 Euro durch die Lappen.

Zwar verlangte RTL wegen der hohen Einschaltquoten den Höchstpreis von 55.000 Euro für einen 30-Sekunden-Werbespot. Der hat allerdings viele Firmen abgeschreckt; etliche Werbeplätze blieben leer. „Wir hätten natürlich gerne deutlich mehr Geld eingenommen“, sagte Cordelia Wagner, Sprecherin der RTL-Vermarktungstochter IP Deutschland, „Welt Online“.

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Den Werbemuffeln gehen die Argumente aus …

23 Jan

Sinnige Sprüche über die Wirkung und die Effekte von Werbung gab und gibt es in Hülle und Fülle. Jetzt aber könnten vielen Werbemuffeln die Argumente für ihre Zurückhaltung ausgehen. Zumindest dann, wenn sie sagen, dass sie nicht einschätzen können, dass sie nichts Empirisches darüber wüssten, wie und ob Werbung funktioniert …

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Wie Werbung wirkt

Die Wirkung von Werbung systematisch zu erfassen ist eine schwierige Aufgabe. Ein einzigartiges Online-Experiment mit 1,6 Millionen Teilnehmern hat jetzt mit Hilfe des Anbieters Yahoo einige Hürden nehmen können und liefert faszinierende Erkenntnisse.

Die Arbeit mit dem Titel „Does Retail Advertising Work?“ liefert ganz neue Einblicke, wie Werbung wirklich funktioniert. Das Fazit der Forscher dürfte ihrem Arbeitgeber Yahoo, der sein Geld mit Online-Werbung verdient, gefallen. Denn Henry Ford hat die positiven Effekte von Reklame offenbar unterschätzt. „Die Effekte auf den Umsatz sind positiv, nennenswert und dauerhaft“, fassen Lewis und Reiley ihre Ergebnisse zusammen.

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