Bitkom-Studie kein Grund zur Freude für Medienunternehmen?

26 Apr

kress.de: Bitkom macht Verlegern Mut. – Na, dann ist am Ende doch alles halb so schlimm? Mitnichten! Die Bitkom-Umfrage zeigt das ganze Ausmaß des Dilemmas.

Noch nicht einmal 40 Prozent der Befragten sind bereit für journalistische Premiuminhalte zu bezahlen. Zu diesem Schluss kommt eine Bitkom-Umfrage, wenn man dem Brachendienst kress.de glauben darf.  Man könnte es auch anders ausdrücken und sagen: Die klare Mehrheit der Probanden lehnt kostenpflichtige Inhalte nach wie vor ab, auch wenn es sich bei kress natürlich alles ganz anders anhört.

Weniger überraschend als dieser Wert ist indes die Tatsache, dass man bei der Bitkom meint, der Medienbranche damit neue Hoffnung geben zu können. Wartet irgendwer tatsächlich noch ernsthaft auf ein Umdenken bei den Konsumenten? Ganz nach dem Motto: Irgendwann müssen die endlich einsehen, dass ihre Kostenlosmentalität einfach nicht mehr geht.

Das ist zwar einerseits verständlich, andererseits aber mehr als unrealistisch.  Denn der Verbraucher wird sich immer an das günstigste Angebot halten. Hier auf ein Umdenken zu hoffen, ist genauso sinnvoll wie auf das eigene Ableben zu warten.  Zwar wird beides kommen, die Frage ist nur wie, wann und warum.

Sinnvoller erscheint es da doch die Zügel selbst in die Hand zu nehmen und neue Angebote zu machen –  und zwar mit dem viel zitierten Mehrwert!  Aber genau damit tut sich die Branche besonders schwer. Vielleicht weil man die Rezipienten-Bedürfnisse viel zu lang nicht ernst genug genommen hat?

Möglicherweise schwingt da auch die latente Furcht mit, dass ein solcher Mehrwert, so es ihn denn irgendwann geben würde, von der fiesen Konkurrenz alsbald durch ein neues, kostenloses Angebot kaputt gemacht werden würde. Denn genau dieses Spiel beherrschen Medienunternehmer oft besonders gut.

Aber natürlich gibt es noch eine weitere Deutung der Bitkom-Umfrage: Wir Deutschen sind vielleicht schlicht und einfach nicht mehr so negativ. Die Krise der Medienbranche wäre damit zwar noch nicht einmal ansatzweise gelöst, aber der Stimmung täte es gut.  Warum also nicht? Alles wird gut – früher oder später!

Auch wenn es sich bei kress ganz anders anhört.
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