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Die verräterischen Einblicke eines Pressesprechers

21 Jun

Das prmagazin hat Christian Giesen, den Pressesprecher von Fitch Ratings,  befragt. Und obwohl der standardisierte Fragebogen wie immer sehr knapp ausfällt, hat es mindestens eine Antwort in sich.

So glaubt Giesen, dass die Anfangs- beziehungsweise Frühphase des arabischen Frühlings eine Meisterleistung der PR gewesen sei, weil diese ganz entscheidend über soziale Netzwerke mitgesteuert worden sei und weltweite Aufmerksamkeit erzielt habe.

Nun gut, man könnte solche Sätze auch überlesen und sich einfach damit trösten, dass Giesen wahrscheinlich gerade in einem Workshop über soziale Netzwerke vorschwadroniert bekommen hat, wie wichtig diese für Kommunikationsprofis seien.

Das wäre eine Möglichkeit. Nur hieße das eben auch, auf halbem Weg stehen zu bleiben. Wenn man den Gedanken Giesens zu Ende denkt, müsste man sich auch fragen, welcher PR-Profi diese Anfangsphase gesteuert haben soll?  Und was wäre die Antwort darauf?

Richtig: keiner. Eine Meisterleistung der PR wäre es also, dass sie einfach mal gar nicht da war. Natürlich wollte Giesen genau das nicht sagen, aber am Ende steht es eben doch so da. Vielleicht einfach nur eine Freud’sche Fehlleistung? 

Dann verfahren wir in Zukunft also wie Dieter Nuhr und halten einfach mal die Fr…. ! Fragt sich jedoch, ob man damit für weltweite Aufmerksamkeit sorgen könnte?

Google muss sich nicht vor Facebook fürchten

22 Mai

W&V: „Mediaplaner haben die Möglichkeiten von Facebook noch nicht erkannt“.

Ja, ja – seit mehreren Jahren hört man nun schon, Unternehmen haben die Möglichkeiten sozialer Netzwerke noch nicht verstanden. Man kann nur hoffen, dass die Marketing-Verantwortlichen nicht eines Tages wirklich zu glauben beginnen, sie könnten die Benutzer durch irgendeinen Hokuspokus dazu bringen, über eine Marke zu diskutieren. Solche Diskussionen fanden und finden so gut wie überhaupt nicht statt. Zudem sind sie höchst uninteressant.Vielmehr sollte man sogar die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Benutzer sozialer Netzwerke gerade solchen Diskussionen entgehen wollen.

Interessant wäre es da schon eher soziale Netzwerke als Teil der Marktforschung und Kundenbindung zu begreifen. Jedoch steht zu bezweifeln, dass das Gros der Unternehmen in naher Zukunft hier mit einer schlüssigen Strategie aufwarten kann. Stattdessen prägen Social-Media-Guidelines das Bild. Diese regulieren jedoch eher, als dass sie zu offener Kommunikation animieren würden. Sie sind aus naheliegenden Gründen von der Angst geprägt, ein Unternehmen könne sensible Informationen in die Öffentlichkeit tragen und so einen Imageschaden erleiden.

Wer in seinen Markt hineinhorchen will, findet in sozialen Netzwerken sicherlich gute Möglichkeiten. Auch für virale Kampagnen bieten Facebook & Co natürlich eine Basis, über die man nachdenken sollte, wenn man sich mit derlei Aktivitäten befasst. Hier direkte Verkaufsimpulse setzen zu wollen, dürfte jedoch eher scheitern. Man kann aber Stimmungen, Einstellungen und Haltungen seiner Zielgruppe identifizieren und für sich nutzen. Allerdings eher mittelbar.

Ansonsten empfiehlt es sich, einfach mal einen Schritt zurück zu machen, um zu  überlegen. Soziale Netzwerke sind eine Schnittstelle, an der man sich verbindet und sehr oft auf andere Quellen verweist. Marketing-Verantwortlich erhalten hier also auch eine wertvolle Rückmeldung darauf, welche Inhalte bei der eigenen Zielgruppe rezipiert werden. Letztendlich ist das auch ein Fingerzeig, wo es sich zu werben lohnt.

Selbstverständlich können sich Unternehmen auch in die entsprechenden Diskussionen einmischen. Nur eben nicht mit den Werbebotschaften ihrer Marketing-Abteilungen. Für die gibt es auch bei Facebook die entsprechenden Werbeformat. Also doch eher Standard!

Na ja, und dass die soziale Intelligenz irgendwann die semantische Suche hinter sich lassen kann, wäre eine eher gewagte Annahme. Google muss sich also kaum vor Facebook fürchten.

Kleinanzeigen als Lektion für Verlage?

11 Apr

In diesen Tagen erreichte mich der Frust eines Verlagschefs.  Er äußerte mehr oder minder unverholen seinen Unmut darüber, dass viele Unternehmen einfach keine vernünftige Mediaplanung mehr machten.

Jedoch muss man sich  auf Verlagsseite fragen lassen, warum (mittlere) Unternehmen überhaupt noch Geld für eine ganzseitige Anzeige in die Hand nehmen sollen – und das dann auch noch systematisch? Die Preise stehen meist einfach nicht mehr in einem akzeptablen Verhältnis zu den möglichen Effekten.

Oft winken Verlage zwar mit ihren Mediadaten und versprechen relevante Zielgruppen, die sie mit ihren Objekten angeblich erreichten. Nur  – und das ist schon lange ein offenes Geheimnis – geben diese Daten meist kein realistisches Bild wider. Das Problem dabei ist übrigens nicht zuletzt, dass man in den Verlagen angefangen hat, den eigenen Mediadaten Glauben zu schenken.

Umdenken tut also not: Google macht dabei eigentlich schon lange vor, wie Verlage Geld machen können. Die großen Budgets werden sich langfristig nur noch schwer erzielen lassen. Stattdessen wird man wohl nicht umhinkommen, kleiner Werbeprodukte in höherer Stückzahl zu verkaufen. Und dabei wird man natürlich auch über die Formen des Publizierens nachdenken müssen.

Das alles ist eigentlich keine schrecklich neue Erkenntnis. Nur tut man sich gerade in den etablierten Verlagen noch immer sehr schwer damit. Aber andererseits haben selbst Social-Media-Giganten wie Facebook Probleme damit, eine geeignete Form des Werbens anzubieten: Börsengang: Wie Facebook um Kleinanzeigen keilt | FTD.de.

PRMS-Klartext: Auf Nimmerwiedersehen, Social-Media-Berater

15 Nov

Man muss nicht immer traurig sein, wenn eine Spezies von der Bildfläche verschwindet. Um die vielen heißluft-produzierenden Social-Media-Berater wäre es jedenfalls nicht schade. Weiterlesen

Banken schweigen zur Krise

19 Okt

Warum schweigen die Banken“, fragt man sich bei W & V. Dabei liegt die Antwort doch auf der Hand: Schweigen ist Gold, und das hat nun einmal im Bankengewerbe einen enorm großen Wert.

Das mag natürlich gerade für diejenigen ein Ärgernis bedeuten, die Fragen haben.  Aber geht es denn tatsächlich noch um Fragen? Nein, es geht um Anschuldigungen, um Stimmungsmache und um Protest.

Protest wogegen eigentlich? Um die Macht der Banken? Um nicht regulierte Märkte und Spekulationen? Oder darum, dass der Steuerzahler nun wieder dazu beitragen soll, die Banken zu rekapitalisieren?

Man kann es drehen und wenden wie man will, der Adressat dieser Fragen sollte eigentlich durchgängig ein anderer sein:  die Politik. Nur hat die sich in den letzten Wochen beinahe genauso unisono auf die Banken eingeschossen. Das fällt auch leicht und keiner übernimmt gerne die Rolle des Sündenbocks: Also reicht man sie am besten weiter an ein dankbares Opfer. Das ist eine Übung, die man in der Politik schnell lernt, gerade dann übrigens, wenn man in der Verantwortung steht: Schuld haben immer die anderen.

Zwar mag es ein bisschen viel des Guten sein, die Banken als wehrloses Opfer hinzustellen, jedoch können die Banker in der gegenwärtigen Situation recht wenig tun, um ihr ramponiertes Image aufzupolieren. Da hilft keine noch so ausgefeilte Strategie, denn mit dem eigentlichen Problem haben die Banken so gut wie gar nichts zu tun: Staatsverschuldung und Eurokrise sind nämlich von der Politik gemachte Probleme. Und genau die muss sie auch lösen.

Was aber können die Banken tun? Sie müssen sich um ihre Kernzielgruppen und Kunden kümmern – am besten persönlich. Wahrscheinlich fällt das den meisten Kreditinstituten auch gar nicht besonders schwer, trifft das Gros des Protestes doch eigentlich den gewissenlosen und gesichtslosen, bösen Banker. Und ob sich irgendwer in den Führungsetagen der Finanzwelt davon angesprochen fühlt, steht zu bezweifeln.

Also schweigen die Banken eben. So richtig zuhören würde ihnen ja doch keiner der Demonstranten. Die haben schließlich in den letzten Tagen und Wochen eines gelernt: Schuld sind immer die Banken – so oder so!

Das schwierige Geschäft mit dem runden Leder

16 Jun

Irgendwie bezeichnend: Während des weltweit wichtigsten Fußball-Events gibt Unitymedia das Ende von ArenaSat bekannt (Ende eines Abenteuers: Unitymedia beerdigt ArenaSat: kress.de). Vielleicht hofft man ja, dass die unangenehme Botschaft im Dauertröten der Vuvuzelas untergeht. Weiterlesen

Jauch für Will und alles wird gut?

10 Jun

Meedia: ARD holt Jauch für Anne Will-Sendeplatz. – Irgendwie gruselig war Anne Will eigentlich immer. Und so richtig der Knaller scheint sie auch für die ARD nicht gewesen zu sein. Warum sonst hätte das Erste jetzt den Publikumsliebling Jauch geholt. Ob diese Rechnung allerdings aufgehen wird, muss sich erst noch zeigen. Weiterlesen

Untergräbt die Zwangs-GEZ die Pressefreiheit?

10 Jun

Fein, jetzt kommt sie also: die Zwangs-GEZ für alle Haushalte. Über das Modell der GEZ ließe sich insgesamt ja  trefflich streiten Weiterlesen

Bitkom-Studie kein Grund zur Freude für Medienunternehmen?

26 Apr

kress.de: Bitkom macht Verlegern Mut. – Na, dann ist am Ende doch alles halb so schlimm? Mitnichten! Die Bitkom-Umfrage zeigt das ganze Ausmaß des Dilemmas. Weiterlesen

Fachzeitschriften verlieren weiter an Boden

22 Apr

Meedia: Fachzeitschriften verlieren Werbegelder. Schon wieder also keine guten Nachrichten für die Welt der Fachmedien. Der ohnehin magere Aufschwung kommt in diesem Bereich erst gar nicht an. Weiterlesen